Moderne Medizin und Wunderheilung

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In seinem neuen Buch schreibt Dr. Arnold Zilly über Krankheiten im Spannungsfeld zwischen klassischer Schulmedizin und alternativen Heilungskonzepten. Vera Wagner im Interview mit dem Arzt, der in seinem Buch schulmedizinische Methoden kritisch beleuchtet, aber auch dem Thema Wunderheilung ein Kapitel widmet.

(von Vera Wagner)

Vera Wagner: Dr. Zilly, ein wenig seltsam mutet es schon an, dass Sie als studierter Arzt, Physiker und Chemiker mit einem Lehrauftrag an einer Universität in Ihrem Buch das Thema „Wunderheilungen“ behandeln. Wäre es nicht angemessen, bei den Fällen, die Sie in Ihrem Buch skizzieren, von Spontan-Remissionen statt von Wundern zu sprechen?

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Dr. Zilly: Spontanremissionen lassen sich mit Wundern nur vergleichen, wenn die therapeutische Ausgangssituation hoffnungslos war. Sehr viele Ärzte, Wissenschaftler und Theologen haben sich mit Wunderheilungen beschäftigt und diese Ereignisse dokumentiert. Ein Schulmediziner sollte wissen, dass Heilwunder real existieren. Spontanheilungen innerhalb des normalen Medizinbetriebes können nur dann als Wunder angesehen werden, wenn der Schweregrad der Erkrankung so beschaffen ist, dass eine Besserung nicht zu erwarten ist. Natürlich sind solche Heilwunder selten, aber ihre Existenz kann nicht mehr bestritten werden, weil es zu viele Dokumentationen gibt.

Sie erwähnen auch Bruno Gröning, einen der bekanntesten Geistheiler Deutschlands. Er war der Ansicht, dass Krankheiten durch einen göttlichen Energiestrom geheilt werden können. Wie bitteschön soll das funktionieren?

Wenn man von einem göttlichen Energiestrom spricht, läuft die Frage darauf hinaus, wie man Gott definieren oder beschreiben kann. Ein alter Mann mit Rauschebart besitzt nur wenig Plausibilität. Definiere ich Gott als geniales Hochenergiefeld (alpha-Energie), dann kommt man der Realität doch etwas näher. Alle weiteren Energiefelder, die existieren, können von der Alphaenergie abgeleitet werden. Der Genialität dieser Energiestruktur kann unterstellt werden, dass therapeutische Eingriffe gezielt und treffsicher sind. Wenn ein Patient durch sein Bewusstsein diesem Energiefeld nahesteht, können Heilungsprozesse leichter stattfinden. Natürlich muss das nicht immer den Charakter eines Wunders haben.

Kommen wir zum Thema Cholesterin: Da vertreten Sie eine andere Meinung als die Schulmedizin. Ich zitiere Sie wörtlich: „Schlichte Gemüter sehen im Cholesterin einen Feind, der vor allem an der Arteriosklerose schuld ist.“ Es ist aber doch wohl wissenschaftlich anerkannt, dass das LDL, also das „schlechte“ Cholesterin, sich in den Gefäßen ablagert und den Prozess ihrer Verkalkung fördert!

Nach einer NYHA-Studie (New York Heart Association) vor ca. 20 Jahren, die mit ca. 100.000 Patienten durchgeführt wurde, kam man zum Schluss, dass Cholesterinspiegel bis 310 mg den Arteriosklerosevorgang nicht beeinflussen. Zu den vielen Faktoren, welche die Arteriosklerose beeinflussen, gehört die Autoimmunität des Gefäßendothels, der Gehalt an Transfettsäuren, die ja auch in die Lipoproteine eingebunden sind und dann die LDL-Fraktionen des Blutes erhöhen. Die Affinität in der Zellwand hängen zu bleiben, wird sehr stark durch die Transfettsäuren begünstigt. Ebenso wichtig ist der Gehalt an AGEs (advanced glycation endproducts), denn je mehr AGEs durch die Zubereitungsart der Mahlzeiten vom Körper aufgenommen werden, desto heftiger schreitet die Zerstörung der Gefäße fort.

Kommen wir zum Gluten, einem Eiweiß, das in allen Getreidesorten enthalten ist. Inzwischen verzichten viele Menschen auf Gluten; dabei ist nachweislich nur ein Prozent der Bevölkerung von Zöliakie, also Guten-Unverträglichkeit, betroffen. Man hat den Eindruck, als herrschte eine regelrechte Gluten-Hysterie!

Die Glutenfrage ist schwierig, weniger intellektuell als emotionell. Gluten abzulehnen, ist ein direkter Angriff auf Brot und Bier („Unser täglich Brot…“, „Durch Bier wird der Durst erst schön.”). Dennoch sollte man in diesem Fall der Vernunft zum Sieg verhelfen und nicht der Emotion. Durch ständige Einnahme des Klebers (täglich) werden bei jedem Menschen allergieunabhängig Probleme produziert. Die Schwachstellen des Körpers reagieren zuerst, z.B. das Hirn leidet enorm unter dem Kleber. Einer frühen Verblödung können die Menschen kaum noch aus dem Wege gehen und besonders die Feinkapillargebiete des Körpers, wie z.B. Ohren (Schwerhörigkeit) oder Nieren (Niereninsuffizienz), erfahren enorme Funktionseinschränkungen. Man sollte unbedingt das Buch „Gluten für Dummys“ lesen. Leider kann ich die klinischen Erfahrungen des Autors nur bestätigen. Das Dümmste, was man vorgeschädigten Glutenfans hört, ist: „Was soll ich denn dann essen?“ Mittlerweile gibt es schmackhafte glutenfreie Brote und Biere.

Ein umfangreiches Kapitel widmen Sie Aspekten der Onkologie. Ich dachte bis jetzt, die Chemotherapie und Zytostatika seien die anerkannte Methode in der Tumorbehandlung. Nun lese ich in Ihrem Buch, diese Mittel würden selbst Krebs auslösen. Das klingt zunächst unglaublich! Es würde ja bedeuten, dass Patienten gezielt „vergiftet“ werden. Womit belegen Sie Ihre These?

Die kritische Einschätzung der Chemotherapie ist nicht durch unzufriedene Angehörige von Patienten entstanden, sondern sie kommt durch die Forschung berühmter Krebsforschungsinstitute zustande. Es soll noch einmal festgehalten werden: Es geht um die Behandlung von Karzinomen. Leukämische Erkrankungen sind verhältnismäßig gut behandelbar mit Chemotherapie. Deprimierend ist aber, dass die statistische Auswertung von Hunderttausenden Therapieverläufen, die Karzinomtherapie betreffend, eine 5-Jahresüberlebensquote von 2-3% herauskommt. Diese Zahlen stehen auch im krassen Widerspruch zum Selbstbewusstsein der Onkologen.

Aber auch in der Onkologie gewinnt das Prinzip „Hoffnung“ mehr und mehr an Boden. Es handelt sich um die Entwicklung der Immuntherapie, die in den letzten Jahren mehr und mehr Bedeutung gewinnt. Die Immuntherapie gibt eigentlich deutlich zu erkennen, dass sie der Chemotherapie überlegen ist.

Gewöhnliche Onkologen beginnen eine Tumortherapie grundsätzlich mit einer Chemotherapie. Erst nach der Chemotherapie wird dann eventuell eine Immuntherapie vorgeschlagen. Man sollte sich aber klar machen, dass durch die Chemotherapie die Tumorzellen selbst eine starke Vitalisierung erfahren und gegen andere Therapieformen widerstandsfähig werden.

Herr Zilly, herzlichen Dank für das Interview!

Moderne Medizin und Wunderheilung – der Mediziner und Dozent Dr. Arnold Zilly wirft in seinem Buch einen kritischen Blick auf konventionelle Therapien und zeigt alternative Behandlungskonzepte auf.

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