Mein Pferd ließ sich nicht mehr reiten – dann kam das Pferdemedium „Paulien“

Paulien ist Europas bekanntestes Tier-Medium, das heißt, dass sie mit Tieren kommunizieren kann – allerdings nicht wie eine „Pferdeflüsterin“, sondern sie kann mit ihnen sprechen wie mit einem Menschen. Hierüber hat sie ein Buch geschrieben, in dem viele Geschichten aufgeführt sind, die sie mit Pferden sowie mit deren Besitzern erlebt hat.

Doch das Leben ist seit dem Erscheinen nicht stehen geblieben und es kommen jede Woche neue, spannende und faszinierende Erlebnisse hinzu – ob mit Tieren oder auch mit Menschen. Bei der heutigen Geschichte geht es um ein in Tirol stehendes Pferd, das seine Besitzerin immer wieder abgeworfen hatte und bei dem keine Trainerin herausfand, was dem Tier wirklich fehlte.

Marina, die Besitzerin, berichtet uns von ihrem Dilemma im Dezember 2018:

„Toni ist ein 7-jähriger Noriker-Wallach, ziemlich groß und ist bei mir, seit er ein halbes Jahr alt ist. Damals haben meine beste Freundin, ihr Mann und ich ihn von einer Fohlenversteigerung mit nach Hause genommen – ein italienischer Pferdehändler hatte ihn bereits ersteigert.
Mit etwa 4 Jahren habe ich angefangen, ihn unter dem Sattel auszubilden (mit Trainerunterstützung) und es lief anfangs auch ziemlich gut. Und weil es so gut lief, habe ich ihn – leider – sehr wahrscheinlich überfordert und wir haben seine Anzeichen nicht richtig gedeutet und wahrgenommen… Nun ja, eines Tages buckelte er mich dann ziemlich unsanft runter. Ich blieb zwar im Großen und Ganzen unverletzt, aber der Schock saß tief. 8 Tage später folgte der zweite Sturz, diesmal mit ihm (er rutschte auf gefrorenem Gras aus). Wir blieben beide unverletzt, doch das Vertrauen war nun weg. Daraufhin ritt ich ihn nur noch in einer Halle, wo ich mich halbwegs sicher fühlte, an Ausreiten war nicht mehr zu denken.
Nach und nach traute ich mich wieder raus, doch immer wieder buckelt er los und galoppierte dann ohne Bremse weiter. Ich konnte mich zwar immer im Sattel halten, aber lustig war das nicht mehr… Ich habe dann verschiedene Trainer ausprobiert – zu einer richtigen Lösung kamen wir jedoch nicht. Schließlich wurde er immer weniger und weniger geritten.
Ich dachte mir, Toni ist nicht glücklich bei mir. Das, was ich von ihm will, ist nicht dasselbe, das er will, und er sollte doch Spaß haben bei dem, was er tut. So kam ich am Ende zum Entschluss, ihn zu verkaufen. Es gab auch recht viele Anfragen, es kamen Leute, um ihn anzuschauen und auch Probe zu reiten, aber der oder die „Richtige“ war nicht dabei.
Ich ging zwar mittlerweile wieder ins Gelände mit ihm und nahm ihn auch zu dem ein oder anderen kleinen Dressurturnier in der Nähe mit, aber ich hatte auch immer das Gefühl, dass ich nicht an ihn heran kam. Was mir auch schon früher immer wieder mal auffiel: Er hatte manchmal unruhige Augen, schwitzte und stolperte viel und er wuchs immer weiter und ist mittlerweile bei einem Stockmaß von über 1,70m.
Eine Bekannte erzählte mir dann von Paulien – und gleich am nächsten Tag habe ich sie dann auch kontaktiert.

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Pauliens Behandlung:

Sofort bei Betreten des Stalls fasste sich Paulien an ihren eigenen Bauch und fragte, ob eines der Pferde oder ich Probleme mit dem Magen hätten. „Nicht dass ich wüsste“, erwiderte ich. Paulien stellte schnell fest, dass der Schmerz von Toni ausging – jedoch nicht körperlich, sondern seelisch. Er fühlte sich immer noch als das kleine Fohlen, das mit 6 Monaten von seiner Mama weg kam, ganz allein und verloren in dieser kalten Welt. Dadurch baute er eine Mauer um sich herum auf und ließ keinen mehr an sich heran. Er machte sich auch Sorgen um seine Mama – ob es ihr gut geht.
In seiner Vergangenheit gab es auch einen Schimmel, der ihn beschäftigte… Zuerst konnte ich mich an keinen erinnern, aber dann fiel meiner Freundin ein, dass Toni sich als Jährling den älteren Pferden nicht unterwerfen wollte und deshalb immer von einem jungen Hengst verfolgt worden war.
Paulien sagte, dass Toni sehr viel sensibler ist als andere Pferde und viel mehr wahrnimmt, was um ihn herum geschieht, und vor allem das, was „seine“ Menschen beschäftigt. Er hat natürlich auch mitbekommen, dass er verkauft werden sollte. Davor hat er Angst, er will nicht von seiner Familie weg und vor allem nicht von meinem Sohn, den er über alles liebt. Er möchte gerne mehr Zeit mit ihm verbringen. Und: Sie sieht meinen Sohn irgendwann auch auf Toni reiten!!!
Als mein Freund in den Stall kam, fing Toni sofort an zu stampfen und wurde unruhig. Paulien erklärte, dass Toni ihm immer noch übel nimmt, dass er während der Schwangerschaft versucht hatte, mich von den Pferden wegzuhalten.
Paulien spürte zudem eine heiße Stelle auf seinem Widerrist. Sie sagte „Purple“ und wollte wissen, ob ich wüsste, was er damit meint. Ich denke, dass es seine violette Schabracke ist, die er vielleicht in Zusammenhang mit der Überforderung bringt (körperlich ist er ansonsten fit und gesund).
Sie stellte noch ein paar andere Sachen fest, unter anderem ein Problem mit meinem kleinen Bruder, was allerdings zu persönlich ist, um es an dieser Stelle zu veröffentlichen. Zudem erzählte sie etwas von einem verstorbenen Mädchen, welches sich im Stall aufhält. Es muss wohl schon lange hier sein, vermutlich schon seit dem Zweiten Weltkrieg. Es ist allerdings nicht negativ, sondern ist bei den Tieren und verhält sich sehr liebevoll diesen gegenüber. Sollte ein Pferd krank sein, so sitzt es bei ihm und streichelt es.

Paulien sagte zum Schluss noch zu mir, ich solle mir nicht so viele Sorgen machen und darauf vertrauen, dass alles gut wird.“

Soweit Marinas Bericht. Sechs Wochen nach Pauliens Behandlung schrieb Marina folgende Email an sie:

„Hallo liebe Paulien, ich hoffe Du kannst Dich noch an meinen Noriker-Wallach Toni und mich erinnern. Im Dezember hast Du uns mit Deiner Tochter in Tirol besucht. Und seitdem hat sich viel verändert!!! Ich habe mich viel mehr auf ihn einlassen können, sehe ihn mit anderen Augen – und Toni ist selbstsicherer, stolzer, erwachsener (er ist auch nochmal ein kleines Stück gewachsen J) und auch glücklicher. Und auch der Ausdruck in seinen Augen ist zufriedener geworden, finde ich. Die ersten paar Wochen nach Deinem Besuch haben wir genutzt, um unsere Bindung/Beziehung neu zu finden und jetzt machen wir schon entspannte Ausritte, was vorher nicht mehr möglich war!
Ich danke euch von ganzem Herzen und muss ganz oft an Dich und Deine Tochter denken, was ihr Tolles macht – danke, danke, danke und alles Liebe, Marina.“

Was sagt Paulien dazu?

„Ist das nicht schön? Genau deshalb liebe ich meinen Beruf, besser gesagt meine ‚Berufung’. Die Tiere haben es nötig, dass wir ihnen helfen. Und wenn es unseren Tieren gut geht, dann geht es auch uns gut!“

Kontakt zu Paulien: www.paulien.at