Löscht Facebook bald jede Impfkritik?

geralt / Pixabay

Die Seite Bloomberg meldete vor einigen Tagen, dass Facebook immer mehr unter Druck gerät, nach dem Willen der Herrschenden solche Inhalte auszubremsen oder zu löschen, die diese als „schädlich irreführend und gefälscht“ einstufen. Facebook teilte nun mit, man untersuche, wie man impfkritische Informationen herausfiltern und anstelle dessen andere Dinge empfehlen kann, die in dem sozialen Netzwerk gelesen werden sollen.

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Solche Anti-Impf-Beiträge und Informationen würden die Leute davon abhalten, ihre Kinder zu impfen. Das Thema ist in letzter Zeit auf Facebook viral geworden und die Beiträge von impfkritischen Blogs und Organisationen verbreiteten sich insbesondere in den Gruppen. Diese Anti-Impf-Propaganda, von Facebook als „Fake-News“ bezeichnet, habe möglicherweise zu einem Anstieg der Masernepidemien beigetragen. Am letzten Donnerstag sei dann Adam Schiff, Abgeordneter der Demokraten in Kalifornien, auf diese Vorgänge aufmerksam gemacht geworden und habe auch das Repräsentantenauf informiert. Adam Schiff verfasste daraufhin einen Brief an Facebook-Geschäftsführer Mark Zuckerberg und den Google-Chef Sundar Pichai in dem er beide aufforderte, sich um das Problem zu kümmern. Die Antwort von Facebook ließ nicht lange auf sich warten. Man sei bereits dabei „zusätzliche Maßnahmen zu entwickeln, um das Problem bestmöglich zu bekämpfen“. Besonderen Einfallsreichtum scheint man dabei nicht an den Tag zu legen, denn es werden die bekannten Werkzeuge der Zensur und der medialen Maulkörbe eingesetzt:

  • Denunziation und Einschüchterung: Die User von Facebook werden dazu angehalten, impfkritische Inhalte an Facebook zu melden.
  • Zensurorganisationen: Facebook kooperiert mit sogenannten „Faktencheck-Partnern“ (also solche gesponserten Läden wie „Correctiv!“) in 25 Ländern, die Facebook-Inhalte zu Gesundheit überprüfen (Zensurkriterien ausarbeiten und unliebsame Inhalte, wie Impfkritik, dann sperren)
  • Mit Propaganda und Indoktrination dagegenhalten: Facebook soll sogar nach Möglichkeiten suchen, „pädagogische Informationen“ über Impfstoffe leichter auffindbar zu machen und „sicherstellen“, dass „Qualitativ hochwertige, aussagekräftige Informationen“ verfügbar sind.
  • Zensieren und löschen: Facebook soll gleichzeitig Falschinformationen „reduzieren“, um den „Schaden“ zu begrenzen.
  • Ganze Gruppen schließen: Vorgesehen ist auch „Reduzieren oder Entfernen“ von Inhalten, einschließlich der Gruppen und Herabstufung der Gruppen.

Unklar ist, ob Facebook unter „zusätzliche Maßnahmen entwickeln“ dieses schon sattsam bekannte Instrumentarium von Zensur und Propaganda meint, oder ob es noch weitere „Maßnahmen“ gegen das Grundrecht des freien Wortes und des Rechtes auf Information, so wie des Menschenrechtes auf freie Selbstbestimmung, insbesondere der körperlichen Unversehrtheit geben soll.

Google antwortete zwar nicht sofort auf Adam Schiffs Brief, hat aber bereits ähnliche Maßnahmen ergriffen. Im vergangenen Monat hat Google Youtube eine Änderung an der Methode vorgenommen, wie es Videos empfiehlt – ein automatisiertes System von Algorithmen. Google wurde wegen „Verbreitung von Fehlinformationen“ harsch kritisiert. YouTube teilte daraufhin mit, es werde fürderhin Videos mit „grenzwertigem Inhalt“, welche die „Nutzer auf schädliche Weise falsch informieren“ aus dem Empfehlungssystem herauswerfen und sogar komplett löschen.

Adam Schiff führte in seinem Schreiben mehrere Gründe an, warum soziale Medien solche Zensur-Maßnahmen zu ergreifen haben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nannte die Impfskeptiker und Impfverweigerer eine der „größten Bedrohungen für die globale Gesundheit“. In diesem Zusammenhang bezog sich Schiff auch auf das Wiederaufflammen von Masern in Clark County, Washington. Unklar ist, ob es sich bei den Masernfällen dort um geimpfte oder ungeimpfte Kinder handelt oder beides. Bekannt ist jedenfalls, dass neu auftretende Masernepidemien der letzten Jahre meist geimpfte Kinder betrafen. Ein Beweis, dass die Impfungen eben nicht vor Masern schützen. Sogar das impfbegeisterte Ärzteblatt musste dies einräumen:„Es gibt eindeutige Beweise dafür, dass zumindest ein Teil dieses Trends die medizinisch ungenaue Informationen über Impfstoffe auf den Websites sind, auf denen viele Amerikaner ihre Informationen suchen“, schrieb Schiff in seinem Brief an Facebook und Youtube. „Die Algorithmen, mit denen diese Dienste betrieben werden, sind nicht dazu ausgelegt, Qualitätsinformationen von Fehlinformationen oder irreführenden Informationen zu unterscheiden. Die Folgen davon sind besonders besorgniserregend für Fragen der öffentlichen Gesundheit.“

In den USA ist das erste Ergebnis einer Suche nach „Impfen“ auf YouTube ein Video, das eine „Mittelweg“-Debatte zwischen Impf-Anhängern und denen, die Impfen für gefährlich halten, zeigt. Das vierte Ergebnis ist die erste Folge einer beliebten Anti-Impfstoff-Dokumentationsreihe mit dem Titel „Die Wahrheit über Impfstoffe“. Sie hat fast 1,2 Millionen Aufrufe.