Helden im Darm – mit der richtigen Darmflora zur Gesundheit

Schon vor rund 100 Jahren stellte der russische Nobelpreisträger Ilja Metschnikow (*1845; †1916) die These auf, dass Milchsäurebakterien unerwünschte Fäulnisvorgänge im Darm hemmen. Er entwickelte ein Konzept, das Darmerkrankungen mit Veränderungen der Zusammensetzung der Darmflora in Zusammenhang bringt. Grundlage seiner Hypothese war die Langlebigkeit der bulgarischen Hirten und Bauern, die einen hohen Anteil an fermentierten Milchprodukten wie Kefir und Joghurt zu sich nahmen.

1908 wurde Metschnikow zusammen mit Paul Ehrlich mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin gewürdigt. Metschnikow sah als Ursache der Alterungsprozesse Entzündungsvorgänge an, die durch Infektionen hervorgerufen wurden. Seine Forschungen an mit Bakterien angereicherten Nahrungsmitteln (Probiotik) dienten dem Ziel, das Altern und damit den Tod hinauszuzögern. Milchsäure produzierende Bakterien, wie sie in Sauermilch und Joghurt, ganz besonders aber in Kefir vorkommen, sollten dabei schädliche Bakterien verdrängen und so der Lebensverlängerung dienen.

In der 1908 erschienenen Publikation „The Prolongation of Life“ beschäftigt sich Metschnikow in einem Kapitel mit der Möglichkeit, Milchsäurebakterien vorbeugend einzusetzen, um den Einfluss von schädlichen Darmbakterien und ihre Fäulnisprozesse im menschlichen Darm zu hemmen, um so mit Hilfe von Laktobazillen den Gesundheitsstatus des Menschen zu verbessern. Metschnikow war somit der erste Wissenschaftler, der den therapeutischen Nutzen und die positiven Effekte von Milchsäurebakterien in die wissenschaftliche Diskussion einbrachte.

Damit trug Metschnikow nicht unwesentlich zur Entstehung und Entwicklung der sogenannten Mikrobiologischen bzw. Mikroökologischen Therapie bei. Eine mikroökologische Stuhldiagnostik wird in Speziallaboren durchgeführt. Bis in die 1990er Jahre galt diese Therapie als reine Erfahrungsheilkunde. Die Entwicklung der Forschung über das Mikrobiom Darm ist sehr umfangreich geworden, und es gibt zahlreiche Studien darüber.

Obwohl es inzwischen viele Studien über die wichtige Rolle der Darmflora gibt, ist diese Therapie immer noch nicht bei den meisten Gastroenterologen angekommen. Röntgen, Ultraschall und Magen- und Darmspiegelung (Endoskopie) können über die lebenswichtige bakterielle Besiedlung des Darms nichts aussagen.

Es gab auch noch einen weiteren Darmbakterienforscher. Theodor Escherich (*1857; †1911) war ein deutscher Kinderarzt, Bakteriologe und Professor an den Universitäten von Graz und Wien. Er entdeckte das im Darm vorkommende Bakterium Escherichia coli (E. coli), das 1919 nach ihm benannt wurde, und bestimmte dessen Eigenschaften. Nach intensiver Forschungsarbeit im Labor veröffentlichte Escherich 1886 eine Monographie mit dem Titel „Die Darmbakterien des Säuglings und ihre Beziehungen zur Physiologie der Verdauung“, welches ihn zum führenden Bakteriologen in der Kinderheilkunde machte.

Die Bedeutung der Bakterien für unsere Gesundheit wird in den letzten Jahren immer deutlicher, und sie übersteigt die Vorstellung früherer Ärzte und Wissenschaftler bei weitem. Heute wissen wir:

Die Bakterien in unserem Darm versorgen uns nicht nur mit Nährstoffen und halten uns Krankheitserreger vom Hals, sie greifen auch über Botenstoffe in unseren Stoffwechsel ein und können wahrscheinlich sogar unser Verhalten beeinflussen.

In den letzten Jahren bekommen die uns besiedelnden Bakterien so viel Aufmerksamkeit wie noch nie. Wissenschaftler erforschen das versteckte Mikrobenreich mit Hochdruck und haben einen neuen Ausdruck dafür geprägt: die Mikrobiota. Für die Gesamtheit der Mikroben-Gene in und auf unserem Körper fanden sie den Begriff Mikrobiom.

Ein funktionierender Darm ist das Wichtigste für unsere Gesundheit. Im Darm, dem größten menschlichen Immunorgan, befinden sich etwa 80 Prozent aller Immunzellen, die unseren Organismus vor Viren, Bakterien, Umweltgiften und Krankheiten schützen.

Die Erforschung der Magen-Darm-Welt und ihrer Bewohner boomt seit etwa zehn Jahren. In diesen wenigen Jahren hat man die zentrale Stellung des Darms und des Mikrobioms (= Gesamtheit aller Bakterien in unserem Verdauungstrakt) in Bezug auf die Nährstoffaufnahme und auf alle Regulationsmechanismen entschlüsselt. Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und andere Erkrankungen sind ein Zeichen dafür, dass Ihr Immunsystem nicht richtig funktioniert. Die Ursachen können vielfältig sein, oftmals entsteht eine Störung der Darmflora durch falsche Ernährung, Umweltgifte und Antibiotika.

„Ein gesunder Darm ist die Wurzel aller Gesundheit.“

(Hippokrates)

Eine gestörte Darmflora kann Ursache vieler Krankheiten sein, wie zum Beispiel Allergien, Erkältung, Depression, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Rheuma, Krebs und viele andere.

Bauchhirn

Nicht nur der Kopf hat ein Gehirn, sondern auch der Darm! Die Darmwand ist von einem Nervensystem durchzogen, dem so genannten Enterischen Nervensystem (ENS) oder einfach Darmnervensystem. Es besteht aus zwei komplex ineinander verwebten Geflechten (Plexus) von Nervenzellen (Neuronen), die die Darmbewegung, den Nahrungstransport, aber auch viele wichtige Funktionen der Darmschleimhaut regulieren. Das Bauchgehirn besteht aus etwa 100 bis 200 Millionen Nervenzellen. Bauchhirn und Kopfhirn kommunizieren rege miteinander. Das Bauchhirn arbeitet unabhängig vom Kopfhirn; die Nervenzellen treffen alle für den Darm wichtigen Entscheidungen selbständig. Alles, was mit Verdauung und Transport zu tun hat wird vom Bauchhirn gesteuert. 90 Prozent der Impulse der peripheren Nervenfasern gehen vom Darm an das zentrale Nervensystem und nur 10 Prozent gehen vom zentralen Nervensystem zum peripheren Nervensystem.

So kann eine gestörte Darmflora die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen oder sogar zu psychischen Störungen und neurologischen Erkrankungen führen. Menschen mit einer Darmerkrankung wie dem Reizdarmsyndrom oder Morbus Crohn leiden deshalb nicht selten auch unter Angststörungen oder Depressionen. Umgekehrt kann das Mikrobiom (Darmflora) auch die Entstehung von Krankheiten wie Multiple Sklerose oder Parkinson begünstigen.

Der amerikanische Zellbiologe Prof. Dr. Michael Gershon, Entdecker des „Bauchhirns“, behauptete schon lange, dass Menschen mit massiven Magen- und Darm-Erkrankungen fast immer auch seelische Probleme haben. Er war der Erste, der herausfand: Die Nervensysteme, die das Gehirn, und jene, die das Geschehen in Magen und Darm steuern, sind nicht grundverschieden. Sie sind einander erstaunlich ähnlich. Und über den Vagus-Nerv, der vom Kopf bis in den Verdauungstrakt verläuft, wird zwischen Gehirn und Darm heftig kommuniziert.

Das Bauchhirn beeinflusst die Appetitkontrolle, Emotionen, Gesundheit, Konzentration, Leistungsfähigkeit und Stimmung.

Innerhalb des Darmnervensystems findet man Neurotransmitter, das sind Botenstoffe der Nervenzellen, wie Serotonin oder Dopamin.

Ernährung für den Darm

Ernährungstipps zur Unterstützung einer gesunden Darmflora

  • 14 Stunden Fasten
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung!
  • ausreichend Schlafen (ohne Handy neben dem Kopf)
  • ballaststoffreiche Ernährung
  • Essen Sie viele Nahrungsmittel mit sekundären Pflanzenstoffen!
  • Genuss von biologischen Lebensmitteln
  • Kauhygiene (sorgfältiges Kauen) – gut gekaut, ist halb verdaut!
  • langsam essen
  • Minimierung des Zuckerkonsums
  • nicht rauchen
  • Reduzierung tierischer Fette und Proteine
  • Reduzierung von Omega-6-Fettsäuren, z.B. in Fleisch, Wurst, Käse
  • Rohkost nur bis ca. 15 Uhr – sonst Gärung im Darm
  • Sprechen Sie ein Tischgebet!
  • täglich 2 Liter Wasser trinken
  • Vermeidung von Stress
  • Vermeidung von zu kurzen Abständen zwischen den Mahlzeiten
  • Verzicht auf Fertigprodukte (Konservierungsmittel und Farbstoffe)
  • wenig schnell verdauliche Kohlenhydrate essen

Das Buch „Helden im Darm“ ISBN 9783981537574 erklärt Ihnen, wieso es zu einer gestörten Darmflora kommt und was Sie gegen all diese vielen Verdauungsbeschwerden wie Bauchkrämpfe, Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Verdauungsrückstände, Bauchspeicheldrüsenschwäche, Magensäuremangel und Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien, wie Fruktose-, Laktose, Gluten- und Histaminintoleranz, und Darmerkrankungen wie Leaky-Gut-Syndrom, Darmkrebs, Darmentzündung, Morbus crohn, Colitis ulcerosa, divertikulitis, Reizdarmsyndrom machen können.

Helfen Sie Ihrem Darm wieder zu voller Gesundheit.

Bringen Sie Ihre Darmflora mit den „guten“ Darmbakterien wieder ins Gleichgewicht.

Wie das geht, erfahren Sie in diesem Buch.

Nur wenn es dem Darm gut geht, geht es auch Ihnen gut.

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Monika Held, Mineralstoffberaterin nach Dr. Schüßler, Rosenheimer Str. 41 c, 83043 Bad Aibling, Tel. 08061-3923936, mineralien.held@gmx.net, www.monika-held.de