Exodus 2: „Arche Noah“ im Herzen Südamerikas – Der Zufluchtsort in Bolivien

pasja1000 / Pixabay

Wenn in Paraguay nicht alles paradiesisch ist, was diesen Namen trägt, dann ist es vielleicht eine fruchtbare Hochebene in den Ausläufern der Anden in Bolivien. Enrique Rosenthal, Gründer und Geschäftsführer des sogenannten „Zufluchtsortes“, macht eine Reise durch Deutschland, Österreich und die Schweiz, um über sein Projekt zu informieren und Investoren zu finden. Ich nehme Kontakt auf zu Ruth M., die eine Veranstaltung in der Nähe von Darmstadt organisiert. Vom „Zufluchtsort“ in Bolivien ist Ruth M. begeistert. Sie war im Mai dort und hat sich alles angeschaut.

(von Vera Wagner)

Vierzig Interessierte sind zu Enrique Rosenthals Vortrag in der Nähe von Darmstadt gekommen. Er wurde in Deutschland geboren, lebt seit 25 Jahren in Bolivien, hat eine Frau und zwei Kinder. Und er ist sehr gläubig. Vor einigen Jahren hatten er und sein Bruder eine Vision: Ein Refugium für all diejenigen, die fernab des instabilen Europa einen Zufluchtsort suchen. Inzwischen sind über 1.500 Hektar gekauft – Zug um Zug soll das Land auf insgesamt 5.000 Hektar erweitert werden. Enrique Rosenthal zeigt Bilder. Es ist ein wunderschönes Hochtal zwischen Santa Cruz und Samaipata – auf einer Höhe von etwa 1.500 Metern. Grüne Hügel, Bäume, saftige Wiesen. Ein Ort soll entstehen, an dem Menschen eine Existenz aufbauen können. Ein autarkes Leben. Sie müssen nicht sofort auswandern. Sie können auch zunächst nur ihren Urlaub dort verbringen oder ihr Haus weitervermieten, und übersiedeln, wenn sie in Rente sind. Das Gebiet ist übrigens auch touristisch interessant: In den 1960er-Jahren nutzten Che Guevara und seine Guerilleros das von unten nicht sichtbare Höhental als Zuflucht.

Tolle Weihrauchprodukte in unserem Shop! Hier bestellen!

Im Moment wird vor allem an der Infrastruktur gearbeitet: Wege und Bewässerungsteiche, Werkhallen für Baumaterialproduktion. Im Spätsommer 2019 soll mit dem Bau eines Clubhauses und einer Herberge für Besucher und Interessenten begonnen werden. Es gibt schon eine Rinderzucht, Obstbaumplantagen, eine Imkerei – und sogar eine eigene Währung: Eine Silbermünze mit dem Emblem des Zufluchtsortes. Der Boden ist fruchtbar, das Trinkwasser von hoher Qualität. Zur Zeit kostet ein Hektar 5.500 Euro. Tendenz steigend. Es gibt Baupläne für Häuser in verschiedenen Stilen, ein Häuschen soll ab ca. 30.000 Euro kosten, ein fairer Preis. Man kann sich an der Rinderzucht beteiligen, an der Imkerei oder den Baumplantagen, und so künftig ein passives Einkommen generieren. Man kann auch Projektpartner werden. Das allerdings ist mit 227.000 Euro ziemlich teuer.

Enrique Rosenthal zeigt in dem Vortrag auch die entsprechenden Papiere: Notariell beglaubigte Kaufverträge etc. Das alles klingt gut, doch nach den Recherchen über das trügerische Paradies in Paraguay bin ich vorsichtig geworden. Ich nehme Kontakt auf zu dem auf das Thema Auswandern spezialisierten Journalisten Norbert Bartl, der schon dreimal in Bolivien war. Er hat dort selbst Land gekauft.

Seine Antwort beruhigt mich:

 „Sehr geehrte Frau Wagner,

ich kenne Herr Rosenthal seit vielen Jahren und halte ihn nicht für einen Betrüger. Im Moment sehe ich das einzige Risiko darin, dass der Ort nicht weiter wächst, oder nur langsam. Dann gibt es halt nur ca. 150 Menschen, die dort was gekauft haben.

Sicher gibt es auch Risiken, die ich nicht kenne. Aber einen geplanten Betrug würde ich ausschließen.“

In seinem Auswanderungsmagazin hat Bartl mehrfach positiv über das Projekt in Bolivien berichtet. Er hat die von Anwälten ausgefertigten Kaufverträge gesehen, die rechtlich bindend sind. Und hat, wie gesagt, dort selbst Land erworben.

https://workandtravel20.de/folge-011-norbert-bartl-spezialist-fuer-das-leben-im-ausland/

Die Einschätzung ist ermutigend. Ich kontaktiere Hans Günter Kessel, der den Zufluchtsort ebenfalls aus eigener Anschauung kennt und dort Land gekauft hat.

Er ist begeistert vom Projekt: „…das Projekt selbst kann man nur positiv einschätzen, weil die Fakten / Nachweise bereits vorliegen und einsehbar sind. Genauso kann man die Historie sehr präzise bis zum Beginn des Projektes nachlesen und sich jederzeit im eigenen Account die PDFs herunterladen, sobald man sich registriert hat.

Wir selbst sind investiert und haben eine tolle Zeit mit Enrique und seinem Bruder in Bolivien verbracht. Wie Sie sehen, leben wir in Paraguay und pendeln immer wieder nach Bolivien.

Die Fakten sprechen für sich. Die Summe Enriques Engagements in Bolivien ist geradezu erstaunlich überwältigend und positiv (Kinderdörfer, beste politische Kontakte, Dokumentationen über die indigenen Gruppen in Bolivien, echte Hilfe für Bedürftige, professionelles Tonstudio, Unterstützung eines Sängers, der bereits in den Charts vertreten ist usw., usw.) Dies jedoch ist für mich zweitrangig – denn bei mir zählt der Mensch in erster Linie.“

Nach meinen Recherchen bin ich überzeugt davon, dass der Traum von einem autarken, freien Leben im Herzen Boliviens Realität werden wird. Ruth M. wird bald die Koffer packen: Die 62jährige hat schon eine Cedula (Bewohnbarkeitsbescheinigung) und wird demnächst nach Cochabamba aufbrechen. Cochabamba liegt in der Provinz Cercado, etwa 220 Straßenkilometer südöstlich der Hauptstadt La Paz in dem fruchtbaren und dicht besiedelten Cochabamba-Tal. Ruth M. hat ihre gut gehende Firma in Deutschland verkauft. Ihr Haupt-Motiv, auszuwandern: die Einführung von 5G.

www.zufluchtsort.com