Exodus 1: Immer mehr Menschen verlassen das sinkende Schiff Europa – Manchmal wird der Traum von einem besseren Leben zum Alptraum!

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Die Vox-Sendung „Goodbye Deutschland“ schauen sich viele Menschen an und reden darüber. Inzwischen träumen die Deutschen nicht mehr nur vom Auswandern, sie tun es wirklich. 2018 haben 262.000 Deutsche das Land verlassen, 13.000 mehr als im Jahr zuvor. Für manche mag ein Leben in wärmeren Gefilden der Luxus zum Lebensabend sein, meist ist die Motivation inzwischen allerdings eine andere. Das Loch in den Sozialkassen vergrößert sich migrationsbedingt. So mancher deutsche Rentner kann sich kein deutsches Pflegeheim leisten. Immer mehr Rentner wandern aus, vor allem nach Ungarn und Tschechien, wo die Lebenshaltungskosten wesentlich niedriger sind. Auch an der bulgarischen Schwarzmeerküste leben inzwischen viele deutsche Rentner.

(von Vera Wagner)

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Aber auch die Reichen verlassen das sinkende Schiff – auf der Flucht vor den Armen. Laut dem Globalen Vermögensreport verließen 2016 4.000 Einkommens-Millionäre das Land, das ist eine Verzehnfachung innerhalb weniger Jahre. Auch der „kleine Mann“ aus der Mittelschicht denkt ans Auswandern: Auf der Flucht vor der sich zuspitzenden politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen Lage, doch oft fehlt das nötige „Kleingeld“. Wer es sich leisten kann, auszuwandern und eine neue Heimat in einer Gemeinschaft im Ausland sucht, riskiert viel. Und nicht jedes Projekt ist vertrauenswürdig, manchmal haben es Anlage-Betrüger auf die Ersparnisse der Auswanderer abgesehen.

Beispiel Paraguay: Hier soll ein „grünes Paradies“ entstehen mit Wohnungen, Geschäften, Schule, Gesundheitszentrum, Badesee …. Im Netz finden sich viele Videos darüber. Bei näherem Hinschauen entpuppt sich das paradiesische Projekt allerdings als Abzocke. Anne B. war vor Ort. Ihre Einschätzung: Die Gegend ist Sumpfgebiet und nicht geeignet für eine Bebauung. Johanna S., die sich das Projekt ebenfalls persönlich angeschaut hat, bestätigt, dass die Region in Paraguay „schwimmende Inseln“ genannt wird. In diesem Sumpfgebiet sind besondere Stechmücken unterwegs. Nicht gerade paradiesisch. Und Johanna S. berichtet, mit dem Kauf eines Stücks Land erwerbe man nur das Nutzungsrecht, sei aber nicht im Wortsinne Eigentümer. Sie hat mit ihrem Mann in einer anderen Gegend Land gekauft. In der deutschen Kolonie Independencia, in der Nähe von Villarica. Schon jetzt fliegen die beiden immer wieder dorthin und wohnen zur Miete. In einem Hotel in der Kolonie, von einem deutschen Ehepaar geführt, stranden immer wieder Menschen, die aus dem „grünen Paradies“ geflüchtet sind, erzählt Johanna S. Da wird der Traum vom Auswandern zum Alptraum.

Johanna S. empfiehlt Europa-Flüchtlingen, sich zunächst in Paraguay – oder auch einem anderen Land ihrer Wahl – einzumieten und umzuschauen. Und erst dann Land zu kaufen, wenn sie Menschen gefunden haben, denen sie vertrauen können. Denn bei Kaufverträgen mit Deutschen bestehe immer die Gefahr, dass man an Betrüger gerät, die es darauf anlegen, einen abzuzocken. Wer gerne in einer Gemeinschaft leben möchte, kann sich die Colonia Independencia mit rund 27.000 Einwohnern anschauen. Das Gebiet liegt rund 180 km östlich von Asunción im Departamento Guará. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Kolonie von deutschen Einwanderern gegründet. Bis heute leben hier viele Deutschstämmige, aber auch Neueinwanderer.

https://wikitravel.org/de/Colonia_Independencia