Es gibt kein schlechtes Horoskop – alles ist eine Frage der inneren Einstellung

DarkWorkX / Pixabay

In der Kultur der Wicca gibt es eine Weisung, die da lautet „Solange es niemandem schadet, tu was du willst“

Aus astrologischer Sicht ist diese alte Wicca Weisung sehr sinnvoll und ich würde sie sogar ergänzen: Tue was dir Freude bereitet, liebe Dich und andere, liebe dein Leben und genieße es in vollen Zügen – das ist die wahre Kunst des Lebens!

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Um Astrologie zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, wie sie funktioniert und wie sie aufgebaut ist. Zum einen gibt es das Geburtshoroskop, dass genau auf den Augenblick die Geburt berechnet wird. Früher musste man sich dazu durch einen riesigen Stapel von astronomischen Büchern und geographischen Ortsdaten durcharbeiten, um selbst die genauen Stände der einzelnen Planeten und der Häuserspitzen, ausgehend vom Aszendenten, zu berechnen – das habe ich selbst in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts noch so gemacht – und danach musste das Geburtshoroskop von Hand gezeichnet werden. Das war eine sehr zeitaufwendige Sache, von mindestens einer guten halben Stunde pro Geburtshoroskop, falls man sehr geübt war.

Heute kann jeder Laie das Geburtsdatum, die Geburtszeit und den Geburtsort eines Menschen in ein astrologisches Berechnungsprogramm eingeben und hat dann per Knopfdruck innerhalb deutlich weniger als einer Sekunde das fertige Radix auf dem Bildschirm. Radix, so heißt das Geburtshoroskop in der astrologischen Fachsprache.
Vor der Zeit der Computer, als die Berechnung und Erstellung eines Radix so zeitaufwendig war, war es ganz selbstverständlich, dass der geschulte Astrologe die Transite, also die aktuelle astrologische Zeitqualität (= die aktuellen astrologischen Planetenstände) gradgenau für den Verlauf der nächsten Wochen im Kopf hatte und sie so in seiner Vorstellung, gedanklich im Aussenkreis um das Geburtshoroskop gesetzt hat, um die gegenwärtige Zeitqualität mit dem Radix vergleichen zu können. So habe ich also bereits mit 15 Jahren, als ich anfing, die Astrologie intensiv zu studieren, mir angewöhnt, die aktuellen Transite aus den sogenannten Ephemeriden für Wochen und Monate im Voraus zu berechnen und genau zu merken, denn so konnte ich es mir sparen, die sich ständig bewegenden Transite der Planeten immer wieder neu und aktuell außen um das Radix herum einzuzeichnen, was nochmal extrem zeitaufwendig gewesen wäre.

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Hat man damals noch zusätzliche Horoskope berechnet, wie Solare, Lunare, Saturnare, Sekundärprogressionen, oder gar einen Horoskopvergleich zwischen zwei Personen gemacht, dauerten die Berechnungen und Zeichnungen Stunden. Heute erledigt das Gott sei Dank der Computer im Handumdrehn und natürlich können auch die Transite ganz bequem jederzeit aussen am Radix angezeigt werden und darüber hinaus liefert das Astroprogramm noch genaue Berechnungen aller Winkelgrade zueinander, so dass man auch das nur noch abzulesen braucht.

Mittlerweile habe ich erkannt, dass ich heute nach wie vor ungemein davon profitiere, zum einen von diesen unumgänglichen, langwierigen Berechnungen und Zeichnungen, zum anderen aber vor allem von dem Auswendiglernen der Transite, das mir heute noch wie im Schlaf gelingt, die ich dann in meiner Vorstellung zu dem Radix in Beziehung setzte, um so die aktuelle Zeitqualität für diesen Menschen nur durch meinen geschulten Blick darauf ablesen zu können. Denn nur so entwickelte ich einen Blick für die Geometrie des Horoskops und alle vorhandenen Winkelbeziehungen, so dass ich sofort erkennen konnte, welche Planeten gerade wichtige Beziehungen mit den Planeten des Radix eingehen.

Wenn ich heute Astrologieausbildungen und Workshops gebe, stelle ich immer wieder fest, dass sich die Schüler heute sehr schwer tun, mit diesem „astrologischen Blick“, weil das astrologische Computerprogramm ihnen alles vorkaut. So ist zwar der Computer heute super schnell in all diesen Berechnungen und spart dem Astrologen ganz viel Zeit, aber dafür benötigen die Astrologie Lernenden heute viel mehr Zeit, um das Horoskop durch einen Blick darauf in seiner Gesamtheit mit all den Beziehungen zwischen den einzelnen Planeten und wichtigen Punkten und womöglich noch zusätzlich den Transiten, erfassen zu können.
In meinen Lehrjahren geschah dies einfach ganz automatisch schon durch die eigene Berechnung der ganzen Daten und der handgefertigten Zeichnung des Radix und der Berechnung der Transite für Wochen oder Monate im Voraus…
Ja ja, die gute alte Zeit… 😉

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Alles hat eben seine Vor- und „Hinter“-teile …

Es liegt mir auch sehr am Herzen, in meinen Kursen zu vermitteln, dass es kein gutes oder schlechtes Horoskop gibt, genauso wenig wie es gute oder schlechte Transite gibt. Doch darauf gehe ich in einem meiner nächsten Artikel noch genauer ein.
Es ist immer abhängig davon, wie der Mensch sein Leben selbst sieht, was er für eine Einstellung zu sich selbst, zu seinem Leben und zu anderen hat, ob er grundsätzlich ein optimistischer Mensch ist, der mit Freude durchs Leben geht und so weiter. Dann gelingt es diesem Menschen auch bei schwierigen Transiten aufgerichtet, voller Freude, Elan und Motivation durchs Leben zu gehen und sein Leben optimistisch anzupacken. Ich sehe diese positive Einstellung schon, wenn ich den Klienten an der Tür begrüße – oder höre es am Telefon an seiner Stimme.

Wiederum andere sehe ich bereits fast gebückt durch die Tür in meine Beratungspraxis hereinkommen, wie ein Opferlamm das zur Schlachtbank geführt wird, und die erste Frage ist mit wehklagender Stimme, „wann werde ich endlich wieder glücklich? Ich habe schon sooo lange Pech im Leben!“

Und wenn ich das Radix dieses Menschen und die derzeitigen Transite betrachte, was ich bereits vor dem Termin in Ruhe gemacht habe, ist eigentlich alles „im grünen Bereich“, also zeigt sich weder ein besonders herausforderndes Radix noch aktuell schwierige Transite von Saturn, Neptun, Uranus, Chiron oder Pluto. Aber es ist zu sehen, dass der Mensch vor einigen Jahren eine sehr herausfordernde Zeit hatte, oder eine sehr schwierige Kindheit, und seit dieser Zeit bisher nicht aus seinem Opferbewusstsein herausgefunden hat und deshalb das ganze Leben nur als endlose Aneinanderreihung von Leiden, Qualen und schlimmen Ereignissen im außen erlebt.

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Meistens gehen diese Menschen dann auch noch einem völlig ungeliebten Beruf nach, der überhaupt nicht ihrer Berufung entspricht, oder fristen sogar ein Dasein als arbeitsunfähiger Frührentner, weil sie nach einem Burn-out oder ähnlichem nicht mehr den Einstieg in den Berufsalltag schafften – würde dieser Mensch wirklich das tun, was ihm und seinen Talenten entspricht, könnte er ganz leicht und mühelos dieser Tätigkeit nachgehen.

Es ist auch eine Fehleinschätzung, dass ein so genanntes „gutes“ Horoskop mit vielen harmonischen Aspekten ein glückliches und erfolgreiches Leben garantiert. Oft werden diese Menschen eher bequem, weil ihnen vieles im Leben zufliegt und machen dann nichts aus ihrem Leben, obwohl sie es durch ihre Talentdreiecke im Geburtshoroskop (= sehr förderliche Aspektfiguren zwischen Planeten) besonders leicht könnten.

Wenn man die Horoskope von so genannten Genies oder Berühmtheiten betrachtet, sind diese meist vollgespickt mit herausfordernden und schwierigen Aspekten, die ein „Pseudo“- Astrologe als schlechtes Horoskop bezeichnen würde. Denn gerade die sehr herausfordernden Aspekte plus die herausfordernden Zeitqualitäten und Transite sind der Motor, um ein ganz besonderes und außergewöhnliches Leben zu erschaffen.

Unter schwierigen Transiten geschehen nur dann schwierige Ereignisse im Leben, oder gar Schicksalsschläge, wenn man eine negative Einstellung zu sich selbst, zu seinem Leben, seinem Beruf, seiner Partnerschaft und so weiter hat und sich selbst als Opfer des Lebens fühlt. Wenn ein optimistischer Mensch mit einer positiven Grundhaltung wirklich schwierige Transite hat, wird er dies hauptsächlich als gerade notwendige innere Arbeit und innere Reifungsprozesse erleben, die zwar anstrengend sein mögen, und auch mit einigen Problemen und Herausforderungen in seinem Leben und Alltag einhergehen, an welchen er wachsen und reifen kann, aber diese Zeitqualität wird dennoch keine Dramen im außen bringen.

In diesem Sinne schließe ich den (astrologischen) Kreis noch einmal mit der Aufforderung der alten Wicca Weisung „Tu was du willst und schade keinem!“

In meinem nächsten Artikel geht es um die aktuelle Zeitqualität von Chiron und Uranus.

Herzlichst,

Eure Monika Geiger