Energy-Drinks: Besonders für Jugendliche nicht unbedingt harmlos

Joenomias / Pixabay

Bereits ein einziger Energy Drink erhöht das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko –  durch neueste Studie bestätigt

Fast 70 Prozent aller Jugendlichen konsumieren Energy Drinks, insbesondere bei körperlicher Leistung, wie Sport oder stundenlanges Tanzen. Eine kanadische Studie hat herausgefunden, wie gefährlich diese als so harmlos angesehenen „Energizer“ sein können. Dieser Studie zufolge verursachen Energy Drinks bei jedem zweiten Teenager gesundheitliche Beschwerden.

Wer Energy Drinks trinkt, möchte wach bleiben. Die Gründe sind verschieden. Erwachsene kaufen sich die aufputschende Zuckerbrühe oft, um auf längeren Autofahrten nicht müde zu werden oder wenn sie gezwungen sind, Überstunden zu leisten und leistungsfähig zu bleiben. Jugendliche wollen den Energiekick, um entweder die Nacht durchtanzen zu können oder bei der Gamerparty wach und alert zu sein und in den Spielen schnell genug reagieren zu können. Allein in Deutschland werden mehr als 320 Millionen Liter getrunken – und zwar vor allem von

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Jugendlichen. Doch gerade für die Teens ist das überhaupt nicht gesund. Wie gefährlich Energy Drinks tatsächlich sein können, war aber bislang völlig unbekannt und wurde durch eine neue, wissenschaftliche Untersuchung von Wissenschaftlern der University of Waterloo in Ontario belegt. Für die Studie wurden mehr als 2000 Kanadier im Alter von zwölf bis 24 Jahre befragt. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin CMAJOpen veröffentlich.

Neue Erkenntnisse, die von der Univerität von Texas in Houston stammen, beschäftigten sich sich speziell mit der Möglichkeit eines erhöhten Herzinfarkt- und Schlaganfallrisikos durch Energy-Drinks. Die Studie wurde am 12. November 2018 auf dem Treffen der American Heart Association in Chicago vorgestellt, vor Fachleuten auf dem Gebiet von Herzgesundheit und Herzerkrankungen. Diese Untersuchung erbrachte stichhaltige Beweise dafür, dass das Trinken bereits eines einzigen regulären Energy Drinks das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall innerhalb von nur 90 Minuten erhöhen kann. Forscher stellten dabei fest, dass Energy Drinks die Blutgefäße verengen und so den Blutfluss im ganzen Körper und zu den lebenswichtigen Organen einschränken können.

Die Forscher untersuchten 44 Medizinstudenten von der McGovern Medical School an der University of Texas Health. Jeder Teilnehmer war in den 20er Lebensjahren, und sie wurden alle als “gesunde Nichtraucher” eingestuft. Zu Beginn testeten sie die Funktion des Endothels, der Zellschicht, die die Oberfläche der Blutgefäße auskleidet. Eine Funktionsstörung dieser Schicht deutet nachweislich auf Arterien hin, die sich nicht richtig erweitern können, und damit letztlich auf Herzinfarkt. Die endotheliale Funktion der Teilnehmer wurde getestet, und dann trank jeder von ihnen einen sehr großen Energy Drink von 0,7 Liter, bevor er anderthalb Stunden später einen weiteren Test des Körperprozesses absolvierte. Dabei stellte sich heraus, dass sich innerhalb von nur 90 Minuten der Innendurchmesser dieser Blutgefäße im Durchschnitt um fast die Hälfte reduziert hatte. Diese schützende Zellschicht der Blutgefäße wurde fast umgehend dünner gemacht. (Quelle: https://medizin-heute.net/bereits-ein-einziger-energy-drink-erhoeht-das-herzinfarkt-und-schlaganfallrisiko-soeben-durch-neueste-studie-bestaetigt)

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Über 50 Prozent hatten bereits gesundheitliche Beschwerden

Die Ergebnisse sind erschreckend eindeutig: Mehr als die Hälfte der befragten Jugendlichen und jungen, erwachsenen Energy-Drinkkonsumenten, gaben an, schon negative gesundheitliche Beschwerden bemerkt zu haben, wie zum Beispiel Herzrasen, Übelkeit, Erbrechen und in bisweilen Krämpfe. Auch Schlafstörungen, Durchfall und Brustschmerzen wurden genannt. Das Fazit der Forscher: „Energy-Drinks können sich negativ auf die Gesundheit von Jugendlichen auswirken“.

Die Wissenschaftler führen diese sehr unangenehmen, ja, manchmal sogar gefährlichen Nebenwirkungen zum einen auf die verschiedenen Inhaltsstoffe zurück, zum anderen aber auch auf die Art und Weise, wie die Getränke meistens verwendet werden. So werden diese Energy Drinks oft zusammen mit Alkohol oder während körperlicher Anstrengung getrunken. Vor dieser brisanten Kombination warnen nicht nur die Wissenschaftler, sonder auch die Verbraucherzentrale NRW: „Es hat mehrere Todesfälle gegeben, die in Zusammenhang mit dem Konsum von Energy Drinks gebracht worden sind, meist in Verbindung mit Alkohol und intensiver Bewegung wie Tanz.“

Energy Drinks: Eine echte Zuckerbrühe

Aber auch die Drinks als solche sind ziemlich ungesund. Zum einen enthalten sie hohe Mengen an Koffein – wenn auch nicht alle. Das ist aber nur der harmlosere Teil. Nach Angaben des Studienleiters, David Hammond, sind die festgestellten Risiken erheblicher, als nur der hohe Gehalt an Koffein bewirken würde. Auch in früheren Untersuchungen hatte sich schon gezeigt, dass Energy Drinks weitaus gefährlicher sind als reine Koffeingetränke. Neben Koffein enthalten die Getränke noch jede Menge Zucker, Taurin und andere Stoffe. Allein eine 0,25-Liter-Dose kann bis zu 35 Gramm Zucker enthalten, das entspricht etwa zwölf Stück Würfelzucker. Der hohe Zuckergehalt gilt als einer der Haupt-Wachmacher.

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Taurin – nicht so harmlos, wie gedacht

Taurin wurde erstmals im Jahr 1827 von deutschen Chemikern aus der Ochsengalle isoliert und Gallen-Asparagin genannt. Der Trivialname der 2-Aminoethansulfonsäure ist Taurin. Dieser wurde erstmals 1838 in der wissenschaftlichen Literatur erwähnt.

Taurin ist eine organische Aminosäure, die der Körper auch eigenständig produziert. Es spielt eine wichtige Rolle als Neurotransmitter bei der Übertragung von Reizen an den Nervenenden. Da vor allem die Taurin-Nebenwirkungen in Kombination mit den anderen Zusatzstoffen von Energy-Drinks nicht ausreichend erforscht sind, ist der Wirkstoff kritisch zu betrachten. „Noch ist unklar, wie sich größere Mengen Koffein, Taurin, Glucuronolacton und Myo-Inositol auswirken, insbesondere in der Kombination miteinander“, warnen Mediziner. Im Zusammenhang mit taurinhaltigen Produkten sind vermehrt unangenehme Symptome aufgetreten: Typisch sind laut „Stiftung Warentest“ Unruhe, Nervosität sowie Übelkeit und Herzrasen. Trinkt man wirklich oft und viel taurinhaltige Energy-Drinks, kann das sogar zu Herzrhythmusstörungen und Krämpfen führen, denen in schweren Fällen Nierenversagen folgen kann. Ganz besonders gilt das in Kombination mit Alkohol.

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet beispielsweise von ungeklärten Todesfällen in Schweden. Dabei sei eine junge Frau nach dem Konsum von Red Bull in Kombination mit Alkohol gestorben. Die Mediziner empfehlen daher, Energy-Drinks mit Koffein und Taurin unbedingt und in jedem Fall dann zu meiden, wenn Sie koffeinempfindlich sind. Schwangere und junge Mütter, die Ihr Kind stillen, sollten die Finger von dem Wachmacher lassen. Die Kombination von Sport und Energy-Drinks ist keine gute. Die hypertonischen Getränke sind weder für den Flüssigkeitshaushalt noch die Mineralstoffzufuhr von Vorteil.

Die Organisation „Foodwatch“ kritisiert vor allem die sogenannten Energy-Shots. Diese Produkte sind laut Matthias Wolfschmidt, dem stellvertretenden Foodwatch-Geschäftsführer „ein Riesengeschäft, für die Gesundheit der Kunden eine Riesengefahr“. Bei Energy-Shots ist die Gefahr der Überdosis besonders groß, da Sie eine hohe Dosis an Taurin und Koffein mit einer geringen Flüssigkeitsmenge aufnehmen. Lassen Sie sich in jedem Fall nicht von peppigen Logos und markanten Werbesprüchen dazu verleiten, die Gefahr möglicher Taurin-Nebenwirkungen zu unterschätzen.

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Konsum bei Kinden und Jugendlichen einschränken

„Die Anzahl der in unserer Studie beobachteten Auswirkungen auf die Gesundheit deutet darauf hin, dass mehr unternommen werden sollte, um den Konsum bei Kindern und Jugendlichen einzuschränken“, erklärt Hammond. Er moniert, dass es im Moment keine Beschränkungen für Kinder gibt, die Energy Drinks kaufen. In Kanada gibt es allerdings zurzeit Überlegungen, Werbung für Energy Drinks, die sich speziell an Kinder richtet, zu verbieten und Warnungen herauszugeben, die Getränke nicht beim sportlichen Aktivitäten zu konsumieren. In Deutschland wird immer wieder über ein mögliches Verbot von Energy Drinks diskutiert.

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind mehr als zwei Energy Drinks pro Tag gesundheitlich schon bedenklich, da ein zu hoher Konsum zu Herzrhythmus-Störungen führen kann. Wer bereits unter Herz-Kreislauf-Beschwerden leidet, sollte Energy Drinks ganz meiden. Auch Kinder, Schwangere, Stillende und koffeinempfindliche Personen sollten laut BfR auf den Konsum von derartigen Getränken verzichten.