Cholesterinsenker verursachen Gehirnschäden, Diabetes und schnelleres Altern

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Statine sind Medikamente, die auf der ganzen Welt von den Ärzten verschrieben werden, wenn die Blutanalysen ihrer Patienten zu hohe Werte des sogenannten „bösen“ LDL Cholesterins aufweisen. Es wird als gesichert angenommen, dass durch die Senkung des LDL das Risiko von Herzkrankheiten gesenkt wird. Ist das tatsächlich so? Könnte es sein, dass diese Statine mehr schaden als nützen?

Statine gehören zur üblichen Verschreibungspraxis und wurden als gegeben hingenommen. Nun aber hat eine Studie, die im American Journal of Physiology (als fünfseitiges PDF downloadbar) veröffentlicht wurde, diese „ganz normale“ Verabreichung von Cholesterinsenkern (Statinen) gründlich in Frage gestellt.

Statine manipulieren die Zellen

Zum einen stellte sich bei der Studie heraus, dass Statine einen negativen Einfluss auf die Stammzellen haben. Stammzellen sind Zellen im Körper, die sich nicht ausdifferenziert haben und noch so beschaffen sind, wie in den ersten Teilungsphasen einer befruchteten Eizelle. Sie haben sich noch nicht auf eine bestimmte Aufgabe spezialisiert, also zu Beispiel als Leberzelle, Zelle einer Muskelfaser oder um einen Knochen zu bilden:Stammzellen sind Zellen, die sich uneingeschränkt selbst erneuern und sich zu verschiedenen Gewebe- beziehungsweise Zelltypen entwickeln („differenzieren“) können. Blutstammzellen etwa sorgen lebenslang für eine ständige Erneuerung des Blutes: Täglich werden im Körper über drei Mal 1011 Blutzellen verbraucht und erneut gebildet, um die Funktionen des Blutes und eines intakten Immunsystems sicherzustellen. Stammzellen gelten als Alleskönner.“

Werden diese Stammzellen von Statinen beschädigt und angegriffen, liegt es auf der Hand, dass damit die Erneuerung vieler Zellen und Gewebearten im Körper nur noch beschränkt möglich ist und die Alterung und Degeneration schneller voranschreitet. Professor Reza Izadpanah ist Stammzellenbiologe und führender Autor der genannten Studie. Er warnt: „Unsere Studie zeigt, dass Statine den Alterungsprozess beschleunigen können. Menschen, die Statine präventiv einnehmen, sollten das unbedingt noch einmal überdenken. Die Forschungen zeigen, dass sie überdies unerwünschte Nebenwirkungen, wie beispielsweise Muskelschmerzen, Nervenprobleme und Gelenkschmerzen mit sich bringen können.“

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Statine schaden den Muskeln

Das allein wäre schon schlimm genug, aber auch die Muskeln werden von den Statinen sehr negativ beeinflusst. Dass es unter der Anwendung von Statinen zu der nicht ungefährlichen Nebenwirkung einer Myopathie kommen kann, ist schon seit langem bekannt. Der Begriff bezeichnet Muskel-Leiden aller Art, meistens die Skelettmuskulatur gemeint. Es kommt dabei zu Komplikationen und Schmerzen. Laut einer Webseite, die „Wissen für Mediziner“ bereithält, gilt die Statin-Myopathie als bedeutsamste unerwünschte Wirkung, da sie das Risiko für eine Rhabdomyolyse mit folgendem akuten Nierenversagen (Crush-Niere) erhöht. Das Absetzen der Therapie ist bei der Statin-Myopathie maßgeblich, um mögliche Komplikationen zu vermeiden.

Statine schädigen die Nervenzellen, auch im Gehirn!

Die Cholesterinsenker schädigen nicht nur die Zellregeneration – sie führen zu Nervenschädigungen und da das Gehirn hauptsächlich aus Nervenzellen besteht, können die Cholesterinsenker auch das Gedächtnis schwer beeinträchtigen. Gerade das Gehirn besteht auch zu einem sehr großen Teil aus Cholesterin, da ist es nur allzu klar, dass Chemikalien, die die körpereigene Cholesterinproduktion beeinflussen und drosseln, auch das Gehirn angreifen.

Statine erhöhen das Risiko, Parkinson zu bekommen

Die Einnahme von Statinen kann den Beginn eines Morbus Parkinson bei Menschen, die für diese neurodegenerative Erkrankung prädisponiert sind, beschleunigen. Zu diesem Ergebnis kommen US-amerikanische Forscher um Dr. Guodong Liu vom Pennsylvania State University College of Medicine im Fachjournal «Movement Disorders». Damit widersprechen sie früheren Untersuchungen, die Statinen einen eher schützenden Effekt zugeschrieben hatten.

Morbus Parkinson ist nach der Alzheimer-Krankheit die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Weltweit sind rund 4,1 Millionen Menschen an Parkinson erkrankt – das entspricht knapp zwei Prozent der Bevölkerung im Alter von über 60 Jahren. In Deutschland sind etwa 250 000 bis 280 000 Personen betroffen.

Das Forscherteam untersuchte die Versicherungs-Schadensfalldaten von 50 Millionen Menschen. Davon wurden 22.000 Menschen mit Parkinson-Krankheit ausgewählt, von denen 2.322 neu diagnostiziert wurden. Die Forscher wählten auch eine Kontrollgruppe von Personen aus, die keine Parkinson-Krankheit hatten. Sie identifizierten dann die Patienten, die Statine eingenommen hatten, und bestimmten die Dauer der Anwendung, bevor ihre ersten Parkinson-Symptome auftraten.

Die Studie ergab, dass die Verwendung von Statinen mit einem höheren Risiko für die Entwicklung der Parkinson-Krankheit zusammenhängt. Dieser Effekt war zu Beginn der Statin-Behandlung stärker, genauer gesagt, bei einer Statin-Anwendung von unter 2,5 Jahren und das in besonderem Maße bei fettlöslichen Cholesterinsenkern. Lipophile oder “fettlösliche” Statine können nämlich das Gehirn erreichen, wasserlösliche hingegen nicht. “Der Einsatz von Statin war mit einem höheren und nicht mit einem niedrigeren Risiko für die Parkinson-Krankheit verbunden, und die Assoziation war für lipophile Statine auffälliger, eine Beobachtung, die nicht mit der aktuellen Hypothese übereinstimmt, dass diese Statine Nervenzellen schützen”, sagt Prof. Huang von der Forschungsgruppe.

Die Pharmaindustrie und die Behörden verharmlosen und besänftigen

Medizinische Experten gehen sogar so weit zu vermuten, dass all diese Probleme, die durch Statine verursacht werden, die ganze Zeit verharmlost und vertuscht worden sind. Zwar findet man auf der Webseite der US-amerikanischen FDA (Food and Drug Administration, die für Medikamente zuständig ist) Hinweise, dass Patienten, die Statine einnehmen, über Gedächtnisverlust, Verwirrung, Anstieg des Blutzuckerspiegels und das Aufkommen von Diabetes Typ 2 berichten. Dennoch, so die Empfehlung der FDA, solle man die Cholesterinsenker weiter einnehmen:  „Diese neuen Informationen sollten die Nutzer von Statinen nicht erschrecken. Die Vorteile sind eindeutig, aber Statine sollten mit Bedacht und Kenntnis der Nebeneffekte eingenommen werden.“

Eine selten unsinnige Empfehlung. Was hilft es dem Patienten, diese schädlichen Nebenwirkungen jetzt zu kennen, ohne dem zu entkommen? Was kann denn das „mit Bedacht einnehmen“ verändern, wenn die vom Arzt vorgeschriebene Dosis nach wie vor eingenommen wird? Das Ganze wäre nur dann zu rechtfertigen, wenn die erheblichen Nachteile von Cholesterinsenkern durch einen absolut schlagenden Grund gerechtfertigt würden, also lebensrettend wären und keine andere, weniger schädliche Möglichkeit bestünde.

Ein hoher Cholesterinspiegel ist nicht tödlich

Es ist sogar andersherum: im höheren Alter schützt ein höherer Cholesterinspiegel sogar die Nervenzellen, denn das ist der Stoff, den sie brauchen. Degenerative Erkrankungen der Nerven und des Gehirns können durch Cholesterin verhindert werden und es repariert auch die Blutgefäße. Ein zu niedriger Wert an Cholesterin ist gefährlicher als ein hoher. Es wäre interessant die Ergebnisse zu erfahren, wenn vielleicht demnächst einmal eine Studie gemacht würde, wie Demenz und die Einnahme von Cholesterinsenkern zusammenhängen. Dazu gibt es nämlich noch keine Untersuchungen. Die Studie sollte nur nicht gerade von der Pharmaindustrie gesponsert werden.