Aufruf an die Bevölkerung wegen neuer Tropen-Zecke in Deutschland (+Video)

Bild: Screenshot Youtube

Die Parasitologin, Prof. Ute Mackenstedt, bittet in Bezug auf die „Hyalomma-Zecke“ die Bevölkerung um Mithilfe, damit die tropischen – und teilweise gefährlichen – Krankheiten, die evtl. von der Zecke auf den Menschen übertragen werden können sowie ihre Lebensweise und Verbreitung, noch näher erforscht werden können.

(Von Katja Kutza)

Die Zecke habe im Vergleich zu heimischen Zeckenarten ein aktives Jagdverhalten, sodass sie ihre Opfer schon auf 10 m Distanz erkennen und sogar über mehrere 100 Meter verfolgen könne, erklärt Prof. Mackenstedt. Die Zecke ist drei- bis fünfmal so groß wie ihre hiesigen Artgenossen und hat auffällig geringelte Beine.

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Es wird vermutet, dass sie durch Zugvögel aus Südeuropa, Afrika und Asien eingeschleppt wurde. „In ihrer Heimat gilt die Hyalomma-Zecke als Überträgerin einiger Krankheitserreger. Dazu gehören die Erreger des sogenannten Krim-Kongo Hämorrhagischen Fiebers, des Arabisch Hämorrhagischen Fiebers und einer Form des Zecken-Fleckfiebers“, sagt Frau Prof. Mackenstedt. Zecken-Fleckfieber-Erreger wurden bereits in einigen Exemplaren nachgewiesen, Erreger des hämorrhagischen Fiebers jedoch noch nicht.

Weil über diese Zecke noch viele Fragen offen sind und um mögliche Gefahren für den Menschen herauszufinden, bittet Prof. Mackenstedt nun die Bevölkerung um Mithilfe: „Wir sind dankbar um jede eingesandte Hyalomma-Zecke, die wir im Labor erforschen können.“

Ein ganz besonderer Aufruf zur Aufmerksamkeit gilt hierbei Reiterinnen, weil diese Zecke oft und gerne gerade große Tiere anfällt.

Wer auch immer eine solche Zecke entdeckt (Festgebissene bitte wie die heimischen Verwandten mit den entsprechenden Hilfsmitteln entfernen), wird gebeten, sie in kleinen und festverschlossenen Behältern an folgende Adresse zu senden:

Universität Hohenheim
Prof. Dr. Ute Mackenstedt
Fachgebiet für Parasitologie
Emil-Wolff-Straße 34
70599 Stuttgart